Am 8.12. ist im Hardenbergcafé im Rahmen der "Aktionstage gegen Antisemitismus" ein Vortrag von Jan Gerber zum Thema "1968, die RAF und die neue Linke" zu erleben. Den Ankündigungstext findet ihr hier:
Samstag, 29. November 2008
Sonntag, 9. November 2008
Mittwoch, 5. November 2008
Sonntag, 2. November 2008
Samstag, 1. November 2008
Das Ende von Gesellschaft - Vom Verschwinden von Zivilisation in der ostdeutschen Provinz
Eine Veranstaltungsreihe des Beatclub Dessau
10.12. – 22.12.2008
Antisemitismus und Rassismus, generell Xenophobie, sind bekannte Phänomene der modernen Gesellschaft. Sie funktionieren unabhängig von tatsächlicher Präsenz und Anwesenheit ihrer Sujets. Antisemitismus kommt bekanntermaßen ohne Juden aus, Rassismus ohne eine vor Ort ansässige Community von Migranten. Vielmehr ist das Phänomen zu beobachten, das Zunahme von Rassismus und Antisemitismus im umgekehrten Verhältnis zur demografischen Entwicklung stehen.
Beide Phänomene sind gewissermaßen die Indikatoren für einen Entwicklungstand der modernen Gesellschaft, welcher durch einen Rückgang faktischer und ideeller zivilisatorischer Standards, eines Rückgang bürgerlicher Öffentlichkeit und des Scheitern des Konzepts der Aufklärung gekennzeichnet sind. Die „Starke Gemeinschaft“ – das Gegenstück zu einer pluralen, multikulturellen Gemeinschaft - bzw. die Vorstellung davon, wird umso versessener halluziniert und energischer proklamiert, desto rapider der Verfall ebendieser voranschreitet. Das so konstruierte Kollektiv funktioniert und konstituiert sich vor allem in der Ablehnung derer, die aufgrund von Hautfarbe, Sexualität, Religion, sozialem Status usw. nicht Teil dieses Kollektivs sein können oder wollen. Ideen der Ungleichheit sind dem Kollektiv immanent. Je trostloser die Situation für die von der Modernisierung vergessenen ist, umso aggressiver äußert sich mitunter der Stolz auf „ihre“ Gemeinschaft. Und die Konstruktion eines auf antibürgerlichen Ressentiments aufbauenden nationalen Kollektivs ist dann nur der nächste Schritt. Der Verfall von Gesellschaft geht somit einher mit der Konstruktion des „Anderen“ und der Ideologisierung dieser Ablehnung.
Man kann durchaus behaupten, dass es sich bei der beschriebenen Situation um ein flächendeckendes, durchaus ostdeutsches – und damit auch hiesiges - Phänomen handelt. Übergriffe gegen Ausländer, Homosexuelle, Obdachslose gehören immer noch zum Alltag und oft genug finden sie – wie der Fall Mügeln, der Fall Pömmelte u.a. unlängst gezeigt haben – in Regionen statt, in denen neben dem ideellen Verfall von Zivilisation auch ein faktischer stattfinden. Die „Zivilisation“: Postämter, Supermärkte, Behörden usw. ziehen sich aus vielen Regionen zurück, der Weg dorthin wird für die Zurückgebliebenen immer weiter.
Eine Analyse von Rassismus, Nationalismus und Antisemitismus kann somit nur stattfinden, wenn die dahinter stattfindenden Entwicklungen, Tendenzen die Mechanismus beleuchtet werden, die ursächlich dazu führen, das Menschen wie selbstverständlich antizivilisatorischem Gedankengut nachgehen und es viel zu oft auch in die Praxis umsetzen. Ein Verfall von Gesellschaft ist die langfristige Entwicklung, die sich vielfältig, v.a. aber anhand der angeführten Phänomene äußert und deren beunruhigende Folgen allgegenwärtig sind.
Hier alle Infos und Ankündigungstexte der einzelnen Veranstaltungen:
10.12. – 22.12.2008
Antisemitismus und Rassismus, generell Xenophobie, sind bekannte Phänomene der modernen Gesellschaft. Sie funktionieren unabhängig von tatsächlicher Präsenz und Anwesenheit ihrer Sujets. Antisemitismus kommt bekanntermaßen ohne Juden aus, Rassismus ohne eine vor Ort ansässige Community von Migranten. Vielmehr ist das Phänomen zu beobachten, das Zunahme von Rassismus und Antisemitismus im umgekehrten Verhältnis zur demografischen Entwicklung stehen.
Beide Phänomene sind gewissermaßen die Indikatoren für einen Entwicklungstand der modernen Gesellschaft, welcher durch einen Rückgang faktischer und ideeller zivilisatorischer Standards, eines Rückgang bürgerlicher Öffentlichkeit und des Scheitern des Konzepts der Aufklärung gekennzeichnet sind. Die „Starke Gemeinschaft“ – das Gegenstück zu einer pluralen, multikulturellen Gemeinschaft - bzw. die Vorstellung davon, wird umso versessener halluziniert und energischer proklamiert, desto rapider der Verfall ebendieser voranschreitet. Das so konstruierte Kollektiv funktioniert und konstituiert sich vor allem in der Ablehnung derer, die aufgrund von Hautfarbe, Sexualität, Religion, sozialem Status usw. nicht Teil dieses Kollektivs sein können oder wollen. Ideen der Ungleichheit sind dem Kollektiv immanent. Je trostloser die Situation für die von der Modernisierung vergessenen ist, umso aggressiver äußert sich mitunter der Stolz auf „ihre“ Gemeinschaft. Und die Konstruktion eines auf antibürgerlichen Ressentiments aufbauenden nationalen Kollektivs ist dann nur der nächste Schritt. Der Verfall von Gesellschaft geht somit einher mit der Konstruktion des „Anderen“ und der Ideologisierung dieser Ablehnung.
Man kann durchaus behaupten, dass es sich bei der beschriebenen Situation um ein flächendeckendes, durchaus ostdeutsches – und damit auch hiesiges - Phänomen handelt. Übergriffe gegen Ausländer, Homosexuelle, Obdachslose gehören immer noch zum Alltag und oft genug finden sie – wie der Fall Mügeln, der Fall Pömmelte u.a. unlängst gezeigt haben – in Regionen statt, in denen neben dem ideellen Verfall von Zivilisation auch ein faktischer stattfinden. Die „Zivilisation“: Postämter, Supermärkte, Behörden usw. ziehen sich aus vielen Regionen zurück, der Weg dorthin wird für die Zurückgebliebenen immer weiter.
Eine Analyse von Rassismus, Nationalismus und Antisemitismus kann somit nur stattfinden, wenn die dahinter stattfindenden Entwicklungen, Tendenzen die Mechanismus beleuchtet werden, die ursächlich dazu führen, das Menschen wie selbstverständlich antizivilisatorischem Gedankengut nachgehen und es viel zu oft auch in die Praxis umsetzen. Ein Verfall von Gesellschaft ist die langfristige Entwicklung, die sich vielfältig, v.a. aber anhand der angeführten Phänomene äußert und deren beunruhigende Folgen allgegenwärtig sind.
Hier alle Infos und Ankündigungstexte der einzelnen Veranstaltungen:
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